Wasser und seine Bedeutung für den Körper

Wasser befindet sich beim Menschen nicht nur in den Zellen, sondern auch im Bindegewebe ausserhalb der Zellen. Hier findet der Austausch von Nährstoffen, Stoffwechselprodukten und den Substanzen statt, die der Zellregulation dienen. In jeder osteopathischen Behandlung ist es das Ziel, dass der Austausch der Flüssigkeiten innerhalb des Körpers verbessert wird, damit die optimale Leistungsfähigkeit des Organismus wieder erreicht werden kann.

Die Gesamtmenge unseres Körperwassers ist stark abhängig von Faktoren wie Alter und Geschlecht und unterliegt deshalb einer grossen Variabilität. So beträgt zum Beispiel bei einem Säugling der Anteil des Körperwassers bezogen auf die Gesamtkörpermasse ca. 77% und bei einem erwachsenen Mann im mittleren Alter ca. 65%.

Ca. 60% des Körperwassers befinden sich in unseren Zellen und die weiteren 40% im Interstitium ( Raum zwischen den Zellen ). Als äussere Umhüllung gegen die Umwelt dient unsere Haut, die das Interstitium wie ein Behälter umgibt. Neben anderen Funktionen, schützt uns die Haut vor zu schnellem Austrocknen über Verdunstung. Die relative Verteilung des Körperwassers wird vor allem von 2 Physiologischen Parametern, dem osmotischen und dem kolloidosmotischen Druck, bestimmt. Das Wasservolumen erhält seinen Zufluss über Wasser aus dem Darm und seine Abfluss über die Nieren, die Haut und die Atmung.

Zur Aufrechterhaltung der Gewebe- und Organfunktion findet zwischen Blutgefässen und Zellen ein permanentere Austausch statt. Dieser Austausch findet primär im Bindegewebe statt. Da die meisten Substanzen wasserlöslich sind, ist für deren Transport genügend Wasser im Bindegewebe notwendig. Das Bindegewebe dient also als ein lebensnotwendiges Wasserdepot (vor allem in der Haut ) und wirkt bei der Regulierung des Wasserhaushaltes mit. Die Filtration des Wassers findet über den unterschiedlichen Druck im arteriellen und venösen Blut statt.

Die aus dem Blut austretende Menge Wasser beträgt 20l/h und die eintretende Menge 16-18l/h. Die Differenz des im Bindegewebe verbleibenden Anteils wird als Lymphe  über das Lymphgefässsystem abtransportiert. Störungen des Lymphabflusses führen zu Schwellungen (Ödemen). Diese Stauungen im Abfluss können Heilungsmechanismen stören.

Der Wasserhaushalt des Körpers wir über zentralnervöse und lokale Mechanismen über die Nierenfunktionen geregelt.

In der osteopathischen Behandlung werden mit manuellen Techniken Verspannungen im Bindegewebe gelöst, Gelenke deblockiert und innere Organe wie zum Beispiel die Nieren und der Darm entstaut. All diese Techniken führen direkt oder indirekt zu einer Veränderung der Gewebswiderstände und somit zu einem verbesserten Wassersaustausch im Organismus. Die Bedingungen für den Stoffwechsel im Bindegewebe werden optimiert und Heilungsprozesse aktiviert.